Be fair landlord!

Berlin gilt als Eldorado für das internationale Immobilieninvestment. Besonders der ehemalige Bezirk Prenzlauer Berg liegt im Focus der renditehungrigen Besitzer überflüssigen  Kapitals, die nach den Bankencrashs der jüngsten Zeit händeringend nach „sicheren“ Anlageformen suchen. Luxuswohnungen im Neubau, aber auch der Aufkauf von Gründerzeithäusern und die Umwandlung in Eigentumswohnungen zum Verkauf an Kapitalanleger sind beliebte  Projekte. Die gehypeten Kauf- und die Entstehungskosten und damit die Wohnkosten sind so hoch, daß nur Begüterte sich das dort leisten können. Die Kaufkraft in Berlin allgemein sinkt laufend um 6-7% im Jahr und deswegen wird der Kreis derer, die dies tragen können immer kleiner. Die umgewandelten Eigentumswohnungen sind dem Berliner Mietwohnungsmarkt dauerhaft entzogen und jedes neue Projekt verschärft die soziale Wohnungsnot, die Vetreibung der angestammten Bevölkerung aus der Innenstadt und die soziale Sortierung der Berliner Stadtteile. Nachhaltig gesehen steigen die Sozialkosten, verschärft sich die Kriminalität und die soziale Spaltung der Gesellschaft. „Stupid Irish Capital“ war ein Schlagwort der 90er und leider kann man das nun auf „Stupid international investment“ ausweiten: Was Berlin als Standort attraktiv macht, ist vor allem die schöpferische Kraft der Künstlerinnen und Künstler, der kulturelle Reichtum und der Erfindergeist seiner Bewohner, in Ost und West.

Die kulturellen „Leistungsträger“ arbeiten primär für Inhalte und sind im Gegensatz zu den „dummen“ Anlegern nicht primär auf ökonomische Verwertung aus. Hausbesitzer vergessen gerne, daß die Mieterinnen und Mieter ihre Kunden sind, von denen sie leben. Hausverwalter hassen oft die Bewohner, weil sie selber schlecht bezahlte Serviceunternehmen sind, die jede von den Mieterinnen ausgehende Kommunikation nervt, weil sie zusätzliche Arbeit macht, die aber nicht zusätzlich bezahlt wird. Jedes dumme Investment, daß zur Vertreibung des harten Kerns der Bewohnerschaft beiträgt, sägt an dem Ast, auf dem es sitzt.

Es gibt zwar rund 35 gesetzliche Regelungen im Baugesetzbuch, die einer unsozialen Mietenentwicklung und der damit einhergehenden sozialen Entmischung der Kieze entgegenwirken sollen, aber die Berliner öffentliche Verwaltung und die Politk tun fast nichts, um diese Gesetze auch anzuwenden.

Zeit, daß die Mieter Banden bilden und sich selber helfen!

Dieser Blog soll ein Forum sein, in dem gelungene Beispiele gepostet werden, wo Bewohner durch solidarisches Handeln die Besitzer daran erinnern, daß nur fairer Umgang ihr Investment wirklich sichert. In den 90er Jahren haben sich Pankow und Prenzlauer Berg viele, viele genossenschaftliche Wohnprojekte etabliert, die nutzerorientiert wirtschaften. Hier soll auch gezeigt werden, wie das geht.

Be fair Landlord!

Advertisements

Über pankowergentrificationblog

Aktiv im Berliner Arbeitskreis Selbsthilfe www.aks-ev.de und im Berliner Martinswerk www.martinswerk-berlin.de. Aktive Mieterbanden zwingen die Hausbesitzer zur Fairness: Be fair landlord! Für ein soziales Miteinander im Kiez, gegen Umwandlung, Vertreibung und Verdrängung!
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Be fair landlord!

  1. Mr WordPress schreibt:

    Hi, this is a comment.
    To delete a comment, just log in, and view the posts‘ comments, there you will have the option to edit or delete them.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s